Das Jagdschloss Granitz auf Rügen ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel und ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Urlauber und Kulturinteressierte. Erbaut zwischen 1837 und 1846 vom Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus als repräsentativer Jagdsitz, thront das Schloss auf dem etwa 107 Meter hohen Tempelberg inmitten des Waldgebietes Granitz nahe dem Ostseebad Binz. Mit seiner rosafarbenen Fassade, vier runden Ecktürmen und dem 38 Meter hohen Mittelturm wirkt es wie ein Märchenschloss und wird wegen der grandiosen Aussicht auch als „Krone Rügens“ bezeichnet. Schon im 19. Jahrhundert zog das Jagdschloss Granitz zahlreiche Besucher an. Heute zählt es zu den beliebtesten Rügen Sehenswürdigkeiten und ist sowohl für einen Familienausflug auf Rügen als auch im Kultururlaub auf Rügen ein absolutes Highlight.

Heute beherbergt das Jagdschloss Granitz ein Museum, das die Geschichte des Schlosses und der Fürstenfamilie zu Putbus lebendig präsentiert. Besucher können durch prunkvolle Räume wie den Marmorsaal und die ehemaligen Salons flanieren und dabei Ausstellungsstücke zur Jagdgeschichte, zur Insel Rügen und zum Leben der Adelsfamilie entdecken. Zahlreiche Exponate – teils originale Objekte, teils zeitgenössische Rekonstruktionen – veranschaulichen die fürstliche Wohnkultur des 19. Jahrhunderts. Eine besondere architektonische Attraktion ist der extravagante Mittelturm mit seiner freitragenden Wendeltreppe: Über 154 gusseiserne Stufen windet sich die filigrane Treppe im Inneren des Turms zur Aussichtsplattform hinauf. Oben angekommen, eröffnet sich ein atemberaubender Rundblick über Rügen – von der Binzer Bucht und den Wäldern der Granitz bis zum Festland und zur Insel Usedom an klaren Tagen.

Das Jagdschloss Granitz bietet das ganze Jahr über abwechslungsreiche Veranstaltungen und Führungen. Regelmäßige öffentliche Schlossführungen vermitteln spannende Hintergrundgeschichten, und für Gruppen oder Schulklassen gibt es auf Anfrage individuelle Führungen. In den Sommermonaten verwandeln Konzerte im historischen Marmorsaal das Schloss in eine stimmungsvolle Kulisse für klassische Musik. Auch abendliche Events wie Mondscheinwanderungen zum Schloss oder Laternenführungen durch die historischen Gemäuer bieten unvergessliche Erlebnisse. Für Kinder werden Puppentheater-Führungen mit liebevoll gestalteten Figuren angeboten – so lernen schon die jüngsten Besucher die Geschichte des Jagdschlosses auf unterhaltsame Weise kennen.

Je nach Jahreszeit gelten am Jagdschloss Granitz unterschiedliche Öffnungszeiten. Von Januar bis März ist das Schloss dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, im April täglich von 10 bis 17 Uhr. In der Hauptsaison von Mai bis September kann man das Schloss täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigen. Im Oktober ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. In den Wintermonaten November und Dezember schließlich gelten wiederum die Zeiten Di–So 10 bis 16 Uhr. Der letzte Einlass erfolgt grundsätzlich 30 Minuten vor Schließung.

Der Eintrittspreis für das Schlossmuseum beträgt 9 € für Erwachsene und 6 € für Ermäßigungsberechtigte (z.B. Studenten oder Senioren). Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt, was einen Familienausflug besonders attraktiv macht. Öffentliche Führungen kosten einen kleinen Aufpreis von etwa 5 € pro Person. Darüber hinaus gibt es Kombitarife in Verbindung mit der Binzer Bucht Gästekarte (Kurkarte): Damit erhalten Urlauber beispielsweise Rabatte auf den Pendelbus (Linie 28) bis zum Jagdschloss.

Die höchste Erhebung der Granitz, den 107 Meter hohen Tempelberg, hat sich Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus ausgesucht, um sich seinen persönlichen Traum von einem repräsentativen Jagdsitz zu erfüllen. Schon vor dem Bau des Jagdschlosses Granitz waren der Tempelberg und die Vorgängerbauten des Jagdschlosses ein beliebtes Ausflugziel.

Seit 1830 hatte der Fürst Pläne zum Bau eines romantischen Rückzugsorts und Treffpunkts für hochherrschaftliche Gesellschaften gehegt. Sieben Jahre später wurde mit dem Bau nach einem Entwurf des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer begonnen. 1846 waren die Bauarbeiten abgeschlossen und nur im Innern wurde noch teilweise gewerkelt. Der Mittelturm wurde nachträglich nach Plänen des berühmten preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel errichtet.

Alles in allem soll das Jagschloss die damals durchaus beachtliche Summe von 100.000 Talern gekostet haben. Doch der Traum des Fürsten war in Erfüllung gegangen: Mit dem Jagdschloss Granitz war nicht nur ein fürstlicher Repräsentationsort und weithin sichtbares Wahrzeichen für die gesamte Insel Rügen entstanden, sondern auch ein Ort, an dem sich Adel und Prominenz des 19. Jahrhunderts im wahrsten Sinne des Wortes die Klinke in die Hand gaben. Unter den illustren Gästen waren preußische Prinzen und Könige, honorige Diplomaten und sogar der spätere deutsche Kaiser Wilhelm I., der Forschungsreisende Alexander von Humboldt oder auch die Dichterin Elizabeth von Arnim.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieb das Jagdschloss im Besitz der fürstlichen Familie. Nachdem es in staatlichen Besitz übergegangen war, wurde es unter Denkmalschutz gestellt und zu einem Museum umgestaltet. Große Teile der Inneneinrichtung konnten bis heute erhalten werden und vermitteln ein beeindruckendes Bild der ursprünglichen Pracht des einstigen Jagdschlosses: Fast meint man, die Ballkleider der illustren Gäste über den Boden schleifen und die edlen Kristallgläser der rauschenden Feste und Jagdgesellschaften klirren zu hören, die einst die fürstlichen Gemäuer mit Leben füllten. Kein Wunder also, dass das Jagdschloss Granitz heute zu den bekanntesten und am meisten besuchten Schlössern des Landes gehört…