"Insel Ruegen"
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Bodendenkmale auf der Insel Rügen

Zeitzeugen einer langen Inselgeschichte. Mythische und geschichtliche Orte laden ein auf Wander- und Radtouren entdeckt zu werden. Abseits der großen Orte und Straßen findet man die teilweise versunkenen Zeugen früherer Inselbewohner ...

 

Sühnestein in Gustow

18574 Gustow

Dieser Sühnestein von 1510 ist auf dem Friedhof in Gustow zu finden. Er ist ca. 2,50 m hoch, 0,60 m breit und bildet ein Kruzifix mit zwei Engeln ab. Links davon ist ein kniender Mann mit einem Schwert auf dem Kopf, rechts davon ein Kelch und ein Wappen mit einer runenartigen Hausmarke erkennbar. Sühnesteine werden auch als Mordwangen bezeichnet. Sie wurden angeblich an der Stelle errichtet, an dem ein Mord geschah. Laut Umschrift von der Steinwange soll hier der damalige Prediger Thomas Norenberg von betrunkenen Bauern erschlagen worden sein.


Prosnitzer Schanze bei Gustow

18574 Gustow

Die Prosnitzer Schanze, wahrscheinlich im Dreißigjährigen Krieg errichtet, ist das bedeutendste und am besten erhaltene Zeugnis aus der Schwedenzeit von Rügen. Ursprünglich besaß die Festung vier Bastionen, einen 30-40 m breiten Graben und später hinzugefügte Hornwerke. Erkennbar ist heute noch ein rechteckiger hufeisenförmiger Erdwall (ca. 60 x 30 x 5 m = L x B x H) mit angrenzendem Graben. Von der Innenbebauung aus Holz sind heute keine Spuren mehr vorhanden. Als „Fort Napoleon“ im Jahre 1808 ausgebaut, wurde die Schanze bis ins 19. Jh. hinein genutzt.


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Großsteingrab "Riesenberg" Nobbin

18556 Altenkirchen

Bei diesem imposanten ca. 34 x 11-18 m (L x B) großen Megalithgrab aus der Trichterbecherkultur handelt es sich um einen erweiterten Dolmen mit trapezförmigem Hünenbett, zwei teils 3 m hohen Wächtersteinen (von insgesamt vier) und zwei Grabkammern als Besonderheit. Aufsehenerregend war der Fund einer arabischen Münze, ein omajadischer Dirham, sowie einer eisenzeitlichen Urne als Nachbestattung in einer der Grabkammern, die u. a. ein Fibel- und Messerrest enthielt. Die Münze, aber auch die geborgene Keramik vom Südteil des Grabes datieren in die Slawenzeit.


Friedensberg Sellin

neu gestalteter traditioneller Kraftort

18586 Sellin (Ostseebad)

Druiden, Schamanen und andere Eingeweihte nutzen Kraftorte, Geomanten erforschen sie und viele Menschen spüren sie: Plätze mit einer besonderen "Ausstrahlung".Dieser ganz besondere Ort, mitten im Wald auf einer Anhöhe im Zentrum von Sellin gelegen, wird schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts als Kurpark genutzt. Wir greifen diese alte Tradition jetzt wieder auf.


"Himmel" von Silmenitz, Großsteingrab

18574 Garz

Bei diesem eindrucksvollen ca. 6-8 m hohen Hügel handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein bronzezeitliches Hügelgrab. Nur eine Ausgrabung könnte die Zweifel beseitigen, ob sich nicht doch ein Großsteingrab aus der Trichterbecherkultur oder ein slawisches Begräbnis unter dem Hügel verstecken. Bewachsen mit knorrigen Eichen ist der im Volksmund bezeichnete „Himmel“ von Silmenitz immer wieder ein gern verwendetes romantisches Foto- oder Zeichenmotiv. Der Umfang dieses Grabhügels beträgt am Fuße noch ca. 80 m.


Großsteingrab Starrvitz

18556 Starrvitz

Bei diesem teils noch überhügelten Megalithgrab handelt es sich um ein trapezförmiges Langbett mit den Maßen von ca. 35 m x 6 bzw. 10 m. Die wahrscheinlich noch komplett erhaltene Grabkammer, von der noch drei Decksteine erkennbar sind, befindet sich im Westen des Hünengrabes. Möglicherweise existiert noch eine zweite Grabkammer im Ostteil des Grabes, worauf ein aus dem Hügel herausragender größerer Stein hinweist. Das Hünenbett mit seinen Umfassungssteinen ist zum großen Teil noch gut erhalten, was ebenso auf einen umgestürzten Wächterstein an der Südwestecke zutrifft.


Großsteingräber im Pastitzer Forst

18581 Putbus

Im Pastitzer Forst bei Putbus sind bis heute viele Bodendenkmäler erhalten, zu denen Großsteingräber, Hügelgräber, aber auch Schälchen- und Rillensteine gehören. Unter den Gräbern befindet sich ein bekanntes Megalithgrab (Fundplatz 2 im Pastitzer Forst) an der Bahnstrecke von Bergen nach Putbus. Trotz Spuren der Steinschlägerkolonnen ist hier das Hünenbett mit seinen Umfassungssteinen noch gut erhalten. Ursprünglich hatte das Grab - ein Großdolmen mit Windfang - eine Grabkammer mit vier Decksteinen, wovon zwei jedoch fehlen und einer in die Kammer gerutscht ist. Auch beim vermeintlichen Großsteingrab, Fundplatz 51, im Pastitzer Forst haben sich die Umfassungssteine größtenteils erhalten. Doch die Grabkammer ist bisher im flachen länglichen Hügel oberirdisch nicht sichtbar. Fraglich ist daher, ob diese Struktur tatsächlich ein Großsteingrab ist.


"Schwanstein" in Lohme

18551 Glowe

Dieser 162 t schwere, 7 m lange und 5 m breite Findling aus rötlichem Hammergranit wurde wahrscheinlich von Bornholm aus über Gletschermassen der letzten Eiszeit bis nach Lohme transportiert. Er befindet sich ca. 20 m vom Strand entfernt, etwas 100 m östlich von Lohme. Laut einer Sage zum Findling werden die Babys im Winter vom Schwan und im Sommer vom Adebar gebracht werden. In der Zwischenzeit sind die Kinder im Stein verborgen. In der Nähe des Steins ist eine Gedenktafel errichtet, die an das Schicksal von drei auf dem Schwanenstein verunglückten Jungen im Winter 1956 erinnert.


Slawischer Burgwall von Garz

18574 Garz

Die Mitte des 12. Jh. errichtete Höhenburg erfuhr schon ab 1725 mehrere Probegrabungen und Sondagen, wobei u. a. slawische Keramik und eine große Anzahl an Eisenfunden zu Tage kamen. Die Grabungsergebnisse, aber auch schriftliche Aufzeichnungen belegen, dass hier die westslawischen Ranen einen Fürstensitz hatten. Jedoch verschwindet diese als Holz-Erde-Konstruktion gebaute Burg weit hinter der Bedeutung der Karenzer Tempelburg bei Venz. Durch die erneute Errichtung einer Burg auf dem Gelände des ehemals slawischen Ringwalles erhielt Garz als Fürstensitz und junge Stadt erst um 1300 mehr Macht und Einfluss auf Rügen.


"Opferstein" Quoltitz

18551 Neddesitz

Bei diesem Stein handelt es sich um einen der größten Findlinge von Rügen, auf dessen Oberfläche etliche kreisrunde Eintiefungen (Schälchen), eine deutliche Rinne von Sprengversuchen und Spuren zur Entnahme von Rundsteinen, die vermutlich zu Rundmühlen verarbeitet wurden, zu entdecken sind. Der Granitstein mit einem Gewicht von 73 t hat an seiner Basis einen Umfang von 13,5 m. Neben Caspar David Friedrich stellten auch andere bedeutende Maler der Romantik diesen besonderen Stein dar. Wozu die Schälchen auf dem Findling dienten, ist bis heute nicht geklärt. Funde von kreisrunden Feuersteinen neben einem weiteren Näpfchenstein bei Lubkow können Hinweise auf die Entstehung der Schälchen geben. Die vernarbten Feuersteinkugeln passen genau in die Schälchen des Steins, so dass diese durch Rotationsdrehungen der Flintkugel entstanden sein mögen. Nahe des Steins wurde ein Flintsichelfragment, eine Blattspitze, Bernsteinperlen sowie menschliche Knochenreste gefunden, die zahlreiche Spekulationen zum „Opferstein“ ermöglichen.


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