"Insel Ruegen"
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Bodendenkmale auf der Insel Rügen

Zeitzeugen einer langen Inselgeschichte. Mythische und geschichtliche Orte laden ein auf Wander- und Radtouren entdeckt zu werden. Abseits der großen Orte und Straßen findet man die teilweise versunkenen Zeugen früherer Inselbewohner ...

 

Großsteingrab Starrvitz

18556 Starrvitz

Bei diesem teils noch überhügelten Megalithgrab handelt es sich um ein trapezförmiges Langbett mit den Maßen von ca. 35 m x 6 bzw. 10 m. Die wahrscheinlich noch komplett erhaltene Grabkammer, von der noch drei Decksteine erkennbar sind, befindet sich im Westen des Hünengrabes. Möglicherweise existiert noch eine zweite Grabkammer im Ostteil des Grabes, worauf ein aus dem Hügel herausragender größerer Stein hinweist. Das Hünenbett mit seinen Umfassungssteinen ist zum großen Teil noch gut erhalten, was ebenso auf einen umgestürzten Wächterstein an der Südwestecke zutrifft.


"Schwanstein" in Lohme

18551 Glowe

Dieser 162 t schwere, 7 m lange und 5 m breite Findling aus rötlichem Hammergranit wurde wahrscheinlich von Bornholm aus über Gletschermassen der letzten Eiszeit bis nach Lohme transportiert. Er befindet sich ca. 20 m vom Strand entfernt, etwas 100 m östlich von Lohme. Laut einer Sage zum Findling werden die Babys im Winter vom Schwan und im Sommer vom Adebar gebracht werden. In der Zwischenzeit sind die Kinder im Stein verborgen. In der Nähe des Steins ist eine Gedenktafel errichtet, die an das Schicksal von drei auf dem Schwanenstein verunglückten Jungen im Winter 1956 erinnert.


Prosnitzer Schanze bei Gustow

18574 Gustow

Die Prosnitzer Schanze, wahrscheinlich im Dreißigjährigen Krieg errichtet, ist das bedeutendste und am besten erhaltene Zeugnis aus der Schwedenzeit von Rügen. Ursprünglich besaß die Festung vier Bastionen, einen 30-40 m breiten Graben und später hinzugefügte Hornwerke. Erkennbar ist heute noch ein rechteckiger hufeisenförmiger Erdwall (ca. 60 x 30 x 5 m = L x B x H) mit angrenzendem Graben. Von der Innenbebauung aus Holz sind heute keine Spuren mehr vorhanden. Als „Fort Napoleon“ im Jahre 1808 ausgebaut, wurde die Schanze bis ins 19. Jh. hinein genutzt.


Fax:

Der Rillenstein, Findling von Nardevitz

Findling

18551 Nardevitz

Der ca. 250 m vom Rugeshus entfernte „Große Stein“ von Nardevitz weist beeindruckende Maße von 8,60 m x 4,60 m x 3,10 m (L x B x H) auf. Mit seinen 281 Tonnen Gewicht ist dieser mächtige Granit neben dem „Buhskam“ der zweitgrößte Findling auf Rügen. Der ehemals dreifach so große Stein diente nachweislich 1854 als Steinbruch für die Gewinnung von Baumaterial zur Herstellung von Denkmälern, wie beispielsweise für die sog. Preußensäulen. Sprengkanten und Rillen lassen den Findling sehr unregelmäßig geformt wirken.


"Woorker Berge", Hügelgräber in einer großen Grabnekropole

Woorke (slawisch: Hügelchen)

18528 Patzig

Eine gut erhaltene sehr imposante Gräbergruppe aus insgesamt 13 noch teils 6 m hohen Hügelgräbern befindet sich zwischen Patzig und Woorke. Diese Grabnekropole stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus der älteren Bronzezeit, in der es in dieser Region typisch war, Baumsargbestattungen unter einem Hügel anzulegen. Dazu wurden Eichen längs aufgespalten und ausgehöhlt, so dass der Leichnam und die Beigaben im Hohlraum Platz hatten. Der Sarg wurde auf eine Steinpackung gestellt und komplett überhügelt. Der Hügel selbst wurde meist noch mit einem Steinkranz und einer Rollsteinpackung, die das gesamte Hügelgrab abdeckte, versehen. Davon ist heute jedoch nur noch wenig zu erkennen.


Großsteingrab "Goldbusch" bei Altensien

Dolmen, Näpfchenstein

18586 Lancken-Granitz

Zwischen Altensien und Moritzdorf befindet sich auf einer flachen Anhöhe das Großsteingrab „Goldbusch“. Unter Leitung von Prof. Ewald Schuldt wurde dieses Grab 1969 archäologisch untersucht. Dabei wurde entdeckt, dass die Tragsteine nicht wie üblich in eine Grube eingelassen wurden, sondern auf den anstehenden Boden gestellt worden sind und ringsherum eine Lehmpackung zur Stabilität aufgeschichtet wurde. Neben trichterbecherzeitlichen Funden aus der Zeit um 3000 v. Chr., zu denen Beile, Meißel, Klingen, Keramik und Querschneider zählen, konnten bei der Ausgrabung auch jüngere Funde aus der Einzelgrabkultur geborgen werden.


Der „Swantevitstein“ in Altenkirchen

slawischer Bildstein in der Kirche Altenkirchen

18556 Altenkirchen

Beim „Svantevitstein“ handelt es sich um einen Bildstein aus Granit, auf dem ein Mann mit Kinn- und Schnurbart im Relief erkennbar ist. Er trägt einen kaftanartigen Rock bzw. einen taillierten Mantel, Mütze und Schuhe und hält ein Trinkhorn in den Händen. Ähnlichkeiten zum Gott Svantevit vom Heiligtum in der Burg am Kap Arkona sind erkennbar. Der auch als Grabplatte angesprochene Stein wurde erst nach der Erbauung der Pfarrkirche in Altenkirchen liegend eingemauert. Es könnte sich um den Rest eines slawischen Begräbnisses handeln.


Der „Dubberworth“, Hügelgrab bei Sagard

Hügelgrab

18551 Sagard

Das noch 12 m hohe und somit größte Hügelgrab von Rügen befindet sich bei Sagard. Es wird mit seinem Umfang von ca. 150 m auch als eines der größten Hügelgräber in Norddeutschland bezeichnet. Dieses vermutlich bronzezeitliche Grab wurde aus ca. 22.000 Kubikmeter Erde errichtet, was Greifswalder Archäologen berechneten. Der „Dobberworth“, über dessen Namen man noch immer spekuliert, ist von Sagen und Legenden umgeben. Es wird von einer Riesin berichtet, die den Hügel „aus Versehen“ errichtet haben soll, aber auch von Zwergen, die im Hügel leben.


Der Findling „Siebenschneiderstein“ am Kap Arkona

Siebenschneiderstein

18556 Putgarten

Am Gellort nahe Kap Arkona, der Nordspitze von Rügen, befindet sich der ca. 165 Tonnen schwere Siebenschneiderstein, der auf plattdeutsch auch als Söbenschniedersteen bezeichnet wird. Mit einem Volumen von 61 Kubikmetern ist er der viertgrößte Findling von Rügen. Der größte Findling auf Rügen ist der in dieser Liste beschriebene Steingigant „Buhskam“ bei Göhren mit einem Gewicht von 1600 Tonnen und einem Volumen von ca. 600 Kubikmetern. Wie der Findling zu seinem Namen "Siebenschneiderstein" gekommen ist, kann heute nur erraten werden: Sieben Schneider hätten auf dem großen Stein Platz gefunden.


Lonvitz, Großsteingrab, sog. „Fliederberg“ oder „Fleederbarg“

18581 Putbus

Dieses sehenswerte ca. 30 m lange Großsteingrab mit trapezförmigem Hünenbett befindet sich auf einem Geländerücken direkt an der Straßenkreuzung zwischen Putbus und Vilmnitz an der Abzweigung nach Zirkow. Auf einem der Decksteine, der nahe der Straßenböschung in nicht mehr originaler Position liegt, zeichnen sich mehrere Schälchen ab. Auch auf der Schmalseite des Hünenbettes sind auf der vertikalen Seite des letzten Steines drei Schälchen zu entdecken. Aufgrund von charakteristischen Keramikfunden ist von slawischen Nachbestattungen im Megalithgrab auszugehen.


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