"Insel Ruegen"
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Abtauchen rund um die Insel

Still, nass und faszinierend – die Unterwasserwelt rund um Rügen birgt zahlreiche Geheimnisse: Wracks aus vielen Jahrhunderten, versunkene Siedlungen und verlorene Schiffsladungen zeugen von einer bewegten Geschichte und zahlreichen Schicksalen. Und auch wenn Sichtverhältnisse und Wassertemperatur nicht mit dem Roten Meer oder der Karibik vergleichbar sind, machen die 309 bestätigten Schiffswracks rund um die Insel die Gewässer vor Rügen zu einem spannenden Tauchrevier, das man am besten auf einer geführten Tour erkundet.

Wrack- und Landschaftstauchen auf Rügen

Die Ostsee ist eines der größten Schiffsfriedhöfe der Welt. Allein an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern befinden sich mindestens 1500 bekannte Schiffswracks. Auch Rügen ist umsäumt von zahlreichen unterwasserarchäologischen Befunden, zu denen nicht nur Schiffswracks, sondern auch zahlreiche versunkene Ufersiedlungen aus der Steinzeit, aber auch verloren gegangene Schiffsausrüstung oder die Schiffsladung selbst, wie Kanonen, Öfen oder Kupferplatten, zählen. Mit 309 bestätigten Schiffswracks weist Rügen die größte Wrackdichte an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern auf. Die entdeckten aber auch die noch größtenteils unbekannten submarinen Funde haben dabei eine große zeitliche Spannbreite: vom Ende der letzten Kaltphase in der Eiszeit bis zum Mittelalter und der Neuzeit. Auch Flugzeugwracks aus dem 2. Weltkrieg tauchen rund um Rügen immer wieder auf.

Die Schiffsbohrmuschel auf dem Vormarsch

Insbesondere Wracks aus Holz sind in der Ostsee meist gut erhalten, was jedoch unter anderem von der Ausbreitung der Schiffsbohrmuschel abhängt. Bis in die 50er Jahre hinein war die zwittrig lebende Muschel, auch Schiffsbohrwurm genannt, vor allem in der westlichen Ostsee verbreitet. Heute ist sie bis vor Rügen, genauer gesagt bis vor Hiddensee, vorgedrungen, wo sie unaufhaltsam nicht nur Holzwracks sondern auch Brücken oder Steganlagen aus Holz - ihrer Hauptnahrung - befällt. Neben dem Bohrwurm gibt es jedoch auch andere Feinde der unterwasserarchäologischen Denkmäler. Es handelt sich hierbei um menschliche Einflüsse, zu denen Raub- oder Schatzgräberei, aber auch Baumaßnahmen und Baggerarbeiten, gehören.

Tauchreviere rund um Rügen

Das schönste und interessanteste Tauchrevier von Rügen befindet sich ca. 20 km rund um das Kap Arkona. Es wird auch als das sogenannte „Archäologische Freiwassermuseum“ bezeichnet, ein vom Regionalverein für Unterwasserarchäologie Vorpommern e.V. entwickeltes Konzept, dass an die 40 submarinen Befunde und Funde zwischen Hiddensee und Stubbenkammer einschließt. Die unterwasserarchäologischen Strukturen, zu denen vor allem Schiffswracks gehören, liegen hier in einer Tiefe zwischen 5 und 50 m. Zu den bekannten Wracks gehören unter anderem die „Auguste“ vor Glowe, ein mit Feldspat beladener Holzsegler aus dem 19. Jahrhundert, oder die „Amazone“ vor dem Königsstuhl, ein 1939 gesunkener Stahlsegler. Beide Segler ruhen in einer Wassertiefe von ca. 20 m. Neben dem Erkunden des Zinkwracks vor Juliusruh in der Tromper Wieck eignet sich für Tauchsportfans auch ein Tauchgang in ca. 12 m Tiefe zur dänischen Fregatte "Mynden", die 1718 vor dem Kap Arkona auf das bekannte Kreideriff auflief. Wer sich in Wassertiefen von ca. 45-48 m wagt, kann vor Arkona den gut erhaltenen Panzerkreuzer „Undine“ aus dem 19. Jahrhundert antauchen. In zwei Teile zerbrochen und umgeben von seinen Kanonen ruht der Kleine Kreuzer am Meeresgrund. Ein weiterer 1901 gesunkener deutscher Kreuzer, die „Wacht“, mit einer Länge von 85 m befindet sich in ca. 13 km Entfernung zum Kap.

Auch das gebirgsähnliche Kreideriff in 5-12 m Wassertiefe vor Kap Arkona ist mehr als sehenswert. Dieses Naturschauspiel besteht aus tiefen Canyons, aufragenden Felsen, großen Findlingen, den bekannten „Saßnitzer Blumentöpfen“ und zahlreichen Muschelbänken.

 

Andere Tauchreviere rund um Rügen sind das Seehundriff vor Sellin oder das Südperd im Südosten der Insel. Auch an der Küste vor Saßnitz befindet sich ein günstiges Tauchgebiet, in dem das „Kesselwrack“ und zwei auf Grund gelaufene Fischkutter betaucht werden können.

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